Preise geprüft am 29. Oktober 2026 in offiziellen Shops und auf Preisseiten · 43 Produkte und Apps · keine gekauften Wertungen

KI-Diktiergeräte: Was das Abo wirklich kostet

Gratisminuten, Bezahltarife und Euro-Preise von Plaud, soundcore und Mobvoi TicNote im deutschen Handel, dazu die Regeln für Aufnahmen in Deutschland.

Plaud Note Pro, offizielles Produktbild

Bild: Hersteller, eingebunden von der Website des Herstellers

Das Geschäftsmodell: günstiges Gerät, monatliches Kontingent

Ein KI-Diktiergerät sind zwei Produkte in einem. Das erste ist die Hardware: eine flache Karte, die an der Rückseite des Smartphones haftet, oder ein kleiner Anstecker, mit Mikrofonen, Akku und Speicher. Das zweite ist die Software: eine App und ein Cloud-Dienst, die Aufnahmen in Transkripte, Zusammenfassungen und Mindmaps verwandeln. Die Hardware kaufen Sie einmal. Die Software läuft über ein monatliches Kontingent an Transkriptionsminuten, und wenn es aufgebraucht ist, brauchen Sie einen Bezahltarif.

Deshalb erzählt der Preis auf dem Karton nur die halbe Geschichte. Ein Gerät für 160 Euro, das jeden Tag in Meetings läuft, kann über zwei Jahre teurer werden als ein teureres Gerät mit größerem Gratis-Kontingent. In unserer Wertung haben die Gratisminuten pro Monat deshalb das größte Gewicht. Alle Gerätepreise unten stammen aus den offiziellen deutschen Shops, die wir am 29. Oktober 2026 gelesen haben. Bei den Bezahltarifen gibt es eine Einschränkung, die wir offen sagen: Euro-Preise der Tarife haben wir nicht erfasst. Wo wir sie kennen, nennen wir die US-Preise der Hersteller, ausdrücklich als Dollarbeträge, und wir werten sie nicht.

Was die Gratistarife enthalten

Plaud gibt 300 Gratisminuten Transkription pro Monat zur Plaud Note (169,90 Euro im deutschen Shop), zur Plaud Note Pro (189 Euro) und zum Plaud NotePin S (179 Euro). Der soundcore Work von Anker (159,99 Euro mit 8 GB, 169,99 Euro mit 64 GB) enthält ebenfalls 300 Minuten. Die TicNote von Mobvoi verdoppelt das auf 600 Gratisminuten pro Monat und war bei unserer Prüfung für 159,99 statt 199,99 Euro im Angebot. Für die TicNote Lite nennt Mobvoi kein Gratis-Kontingent, und im deutschen Shop von ticnote.ai wird sie gar nicht angeboten; wir haben sie nur bei Amazon.de gefunden und führen sie ohne Wertung.

Was heißen 300 Minuten in der Praxis? Fünf Stunden im Monat, also gut zehn Minuten pro Arbeitstag. Das reicht für ein wöchentliches Teammeeting von einer Stunde und ein paar Telefonate. Es reicht nicht für eine Beraterin, die jeden Tag zwei Kundentermine aufzeichnet. Die 600 Minuten der TicNote sind zehn Stunden im Monat: zwei einstündige Meetings pro Woche und dazu einige Anrufe.

So schätzen Sie Ihren eigenen Bedarf: Zählen Sie die Stunden an Meetings, Interviews und Vorlesungen, die Sie in einer typischen Woche aufnehmen würden, multiplizieren Sie mit vier und dann mit sechzig. Vier einstündige Meetings pro Woche ergeben rund 960 Minuten im Monat, deutlich mehr als jedes Gratis-Kontingent in diesem Vergleich.

Die Bezahltarife: was wir wissen und was nicht

Plaud nennt auf seiner US-Seite für den Pro-Tarif 99,99 US-Dollar pro Jahr mit 1.200 Minuten pro Monat und für den Unlimited-Tarif 239,99 US-Dollar pro Jahr. Plaud weist selbst darauf hin, dass der Preis je nach Land abweichen kann. Für soundcore gilt beim Work die gleiche Struktur: Pro für 15,99 US-Dollar im Monat, 69,99 US-Dollar für sechs Monate oder 99,99 US-Dollar im Jahr (1.200 Minuten pro Monat), Unlimited für 239,99 US-Dollar im Jahr. Was die Tarife in Euro kosten, haben wir nicht erfasst. Wir rechnen die Dollarbeträge nicht um, weil Umrechnungskurs, Umsatzsteuer und Länderpreise das Ergebnis verfälschen würden.

Eine Lehre gilt trotzdem: Monatlich zahlen ist teuer. Zwölf Monate soundcore Pro zu 15,99 US-Dollar ergeben 191,88 US-Dollar, fast das Doppelte des Jahrespreises. Wissen Sie, dass Sie mehr als das Gratis-Kontingent brauchen, ist der Jahrestarif das bessere Geschäft.

Mobvoi nennt den Preis des TicNote-Bezahltarifs nicht einzeln. Im deutschen Shop gibt es aber ein Paket aus Gerät und einem Jahr Pro-Tarif für 185,99 Euro (Streichpreis 279,99 Euro). Weil ein eigener Tarifpreis fehlt, nehmen wir dieses Kriterium aus der Wertung, statt zu raten. Bei 1.200 Minuten im Monat kostet eine Transkriptionsminute in jedem dieser Jahrestarife weniger als einen US-Cent. Das Problem ist nicht der Minutenpreis, sondern die feste Jahresgebühr, die läuft, ob Sie aufnehmen oder nicht.

Zwei Jahre im Überblick: was in Euro feststeht

Ohne Euro-Preise für die Tarife lässt sich eine ehrliche Zweijahresrechnung nur für die Fälle aufstellen, die ganz in Euro bekannt sind. Das sind diese:

  • Mobvoi TicNote nur mit Gratistarif: 159,99 Euro, mit 600 Minuten pro Monat inklusive, zwei Jahre lang ohne weitere Kosten.
  • Mobvoi TicNote im Paket mit einem Jahr Pro: 185,99 Euro für Gerät und das erste Jahr; der Preis für das zweite Jahr steht nicht im Shop.
  • Plaud Note, Note Pro oder NotePin S nur mit Gratistarif: 169,90, 189 oder 179 Euro, mit 300 Minuten pro Monat.
  • soundcore Work nur mit Gratistarif: 159,99 Euro (8 GB) mit 300 Minuten pro Monat.

Für Wenignutzer ändert das alles. Reichen Ihnen 600 Minuten im Monat, kostet die TicNote nur einen Bruchteil jeder Plaud-Lösung mit Bezahltarif. Brauchen Sie 1.200 Minuten oder mehr, zählt der Tarif mehr als der Gerätepreis. Dann lohnt es sich, vor dem Kauf in der App oder auf der deutschen Seite des Herstellers nachzusehen, was der Jahrestarif in Euro kostet, und erst dann zu vergleichen.

Die Hardware zählt trotzdem: Akku, Gewicht, Mikrofone

Sind die Kosten geklärt, entscheidet die Hardware darüber, wie angenehm das Gerät im Alltag ist. Plaud Note und Note Pro schaffen laut Hersteller 30 Stunden Daueraufnahme, die Note Pro im Ausdauer-Modus 50 Stunden. Für die TicNote nennt Mobvoi 25 Stunden, für den NotePin S und die TicNote Lite 20 Stunden. Für den Work nennt soundcore keine Aufnahmezeit, weshalb er bei uns ohne Wertung bleibt.

Gewicht und Bauform hängen davon ab, wie Sie aufnehmen. Die Geräte im Scheckkartenformat (Plaud Note, Note Pro, TicNote) haften an der Rückseite des Smartphones, praktisch für Telefonate. Anstecker sind besser für Gespräche vor Ort und unterwegs: Der soundcore Work wiegt laut Anker 10 Gramm und lässt sich als Clip oder Kette tragen, der NotePin S wiegt 17 Gramm und lässt sich auf vier Arten tragen.

Auch die Mikrofone unterscheiden sich. Plaud nennt für die Note Pro vier Beamforming-MEMS-Mikrofone mit 16,4 Fuß Aufnahmeradius, rund fünf Meter, für die Note zwei Mikrofone mit Vibrationssensor und 9,8 Fuß, rund drei Meter. Wer große Besprechungsräume aufnimmt, findet im größeren Radius der Note Pro den Grund für den Aufpreis. Bei den Transkriptionssprachen liegen alle weit vorn: Plaud nennt 112 Sprachen, Mobvoi 120, soundcore über 150.

Welches Gerät für wen

Gelegentliche Nutzung. Sie nehmen ein paar Telefonate und ein Teammeeting pro Woche auf. Bleiben Sie beim Gratistarif und wählen Sie das Gerät, das Sie gern dabeihaben. Die TicNote mit 600 Gratisminuten und einem Angebotspreis von 159,99 Euro gibt Ihnen den meisten Spielraum, bevor Sie je zahlen müssen. Bevorzugen Sie einen Anstecker, enthalten soundcore Work und Plaud NotePin S jeweils 300 Minuten.

Tägliche Meetings. Sie nehmen ein bis zwei Stunden am Tag auf. Dann überschreiten Sie jedes Gratis-Kontingent dieses Vergleichs in der ersten oder zweiten Woche des Monats. Planen Sie einen Jahrestarif ein und wählen Sie die Hardware nach Komfort und Klang: die Plaud Note Pro für große Räume, die Plaud Note für Telefonate und Meetings zum niedrigeren Preis.

Studium. Vorlesungen sind lang. Zwei Vorlesungen à 90 Minuten an fünf Tagen pro Woche ergeben rund 3.600 Minuten im Monat, mehr als die Tarife mit 1.200 Minuten. Prüfen Sie zuerst die Unlimited-Tarife und fragen Sie, ob Ihre Hochschule bereits einen Transkriptionsdienst anbietet, bevor Sie Gerät und Abo kaufen.

Außendienst. Kundenbesuche, Interviews und Beratungen finden unterwegs statt. Gewicht und Trageweise zählen dann mehr als das Gehäuse: soundcore Work (10 Gramm) und NotePin S (17 Gramm) sind die leichtesten Geräte mit veröffentlichtem Gewicht.

Bevor Sie auf Aufnahme drücken: die Rechtslage in Deutschland

Gespräche aufzuzeichnen ist in Deutschland streng geregelt. Nach § 201 des Strafgesetzbuchs macht sich strafbar, wer unbefugt das nichtöffentlich gesprochene Wort eines anderen auf einen Tonträger aufnimmt oder eine solche Aufnahme gebraucht oder Dritten zugänglich macht. Für Meetings, Telefonate und Kundengespräche heißt das: Holen Sie vorher die Zustimmung aller Beteiligten ein, und sagen Sie klar, dass ein Gerät mitläuft. Am Arbeitsplatz gelten zusätzlich die Regeln Ihres Arbeitgebers und der Datenschutz nach der DSGVO, denn Sprachaufnahmen von erkennbaren Personen sind personenbezogene Daten. Das ist keine Rechtsberatung; im Zweifel fragen Sie Ihre Datenschutzbeauftragte oder Ihren Datenschutzbeauftragten.

Alle Geräte in diesem Vergleich transkribieren in der Cloud und brauchen dafür ein gekoppeltes Smartphone und Internet. Wie die Hersteller Ihre Aufnahmen verarbeiten und speichern, beschreiben sie in ihren eigenen Datenschutzerklärungen. Lesen Sie diese, wenn Sie mit vertraulichen Inhalten arbeiten.

Unser Rat ist einfach. Schätzen Sie Ihre monatlichen Minuten ehrlich. Bleiben Sie unter 600 Minuten, gewinnt ein Gerät mit großem Gratis-Kontingent. Liegen Sie über 1.200 Minuten, planen Sie einen Jahrestarif ein, prüfen Sie dessen Euro-Preis beim Hersteller und wählen Sie die Hardware, die Ihnen am besten gefällt. Alle Modelle mit Daten, Tarifen und Quellen finden Sie in unserer Bestenliste der KI-Diktiergeräte.

Unsere Auswahl

Drei Produkte aus unserer Bestenliste KI-Diktiergeräte, die zu den beschriebenen Situationen passen.